Illustration: Silvan Wegmann

Witze statt Kopfgeld

Die Junge SVP des Kantons Bern setzte heute ein Kopfgeld auf Krawallmacher aus, gleichzeitig posierten die Exponenten der Jungpartei mit einer Hellebarde. Die JUSO verurteilt Selbstjustiz und den Aufruf zur Gewalt. Dass der Aufruf der JSVP zur Sicherheit beitragen soll, ist lächerlich. Die JUSO sammelt deshalb bis Dienstagabend über ihre Facebook-Seite SVP-Witze. Der beste Witz wird mit Fr. 100.00 prämiert.

In ihrer heutigen Medienmitteilung ruft die Junge SVP dazu auf, Fotos und Videos von Krawallmachern an das Partei-Präsidium zu senden. Ihren Aufruf veröffentlicht die JSVP mit einem Foto, auf dem die Co-Präsidenten Nils Fiechter und Adrian Spahr sowie Nationalrat Erich Hess mit einer Hellebarde posieren.

“Unabhängig, ob von Krawallmachern oder Polizei: Die JUSO Kanton Bern verurteilt jede Form von Gewalt”, stellt Daria Vogrin, Co-Präsidentin der JUSO Kanton Bern klar. “Strafverfolgung ist aber Sache der Justiz, nicht der Jungen SVP. Offensichtlich missversteht sich die JSVP neuerdings als zusätzliche Gewalt im Staat” fährt Vogrin fort. Hinzu kommt, dass das Posieren mit einer Waffe und das gleichzeitige Aussetzen eines Kopfgeldes ein eindeutiger Aufruf zur Gewalt an Menschen ist.

Die JSVP heizt mit ihrem Aufruf die Lage bewusst auf: “Fiechter, Spahr und Hess suchen die Eskalation, um diese politisch ausschlachten zu können.” Stossend dabei ist insbesondere, dass Adrian Spahr in seinem Beruf Kantonspolizist ist und offenbar seine Rolle als Polizist und Politiker durcheinander bringt, indem er zu Selbstjustiz aufruft.

“Fiechter & Co. spielen mit der Sicherheit aller Beteiligten” fügt Barbara Keller, Co-Präsidentin der JUSO Kanton Bern an. Für die JUSO Kanton Bern steht fest, dass die Exponenten der JSVP mit ihrem Aufruf die Eskalation heraufbeschwören und sie somit dafür mitverantwortlich sind, falls es am Samstag zu Ausschreitungen kommt.

Unabhängig davon, wie die Demonstration am Samstag verlaufen wird: Friedliche Demonstrationen sind in Bern problemlos möglich. Aufrufe wie jene der Jungen SVP sind dabei verwerflich. “Dass die JSVP mit ihrem Aufruf zur Sicherheit beiträgt, ist einfach lächerlich”, findet Keller. Die JUSO Kanton Bern nimmt es deshalb mit Humor: Bis Dienstagabend sammelt sie über ihre Facebook-Seite SVP-Witze. Die fünf besten Witze werden auf der Webseite der JUSO Kanton Bern veröffentlicht. Der beste wird mit Fr. 100.00 belohnt.

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