Apartheid im Oberland, Rassismus in Schafhausen – Die JUSO Kanton Bern ist fassungslos

Die JUSO Kanton Bern ist fassungslos. Im Zusammenhang mit der baldigen Ankunft von bis zu hundert Asylsuchenden in Aeschiried wurden äusserst bedenkliche Vorschläge gemacht, wie man das Dorfleben regeln könnte – eine davon skizziert ein Apartheidregime im oberländer Dorf. 

Derweil erreichen uns rassistische Äusserungen aus Schafhausen – was ist los im Kanton Bern?

Auf die Nachricht, dass bald bis zu hundert Asylsuchende in Aeschiried untergebracht werden, reagierten die Bewohnerinnen und Bewohner ganz unterschiedlich. Die JUSO Kanton Bern ist alarmiert über einige Zitate, welche heute im Artikel der BZ zu lesen waren. „Wer ein gleichzeitiges Reiseverbot von Schulkindern und Asylbewerbern in den Ortsbussen fordert, der fordert Apartheid. Das ist unfassbar!“, sagt Salome Trafelet, Co-Präsidentin der JUSO Kanton Bern. Es ist allerdings schön zu hören, dass sich einige Dorfbewohner für die Asylsuchenden freuen, dass sie dem Schrecken des Kriegs entkommen sind und jetzt eine Unterkunft finden.

In Schafhausen gehen die Wogen hoch, seit bekannt wurde, dass Asylsuchende in das alte Schulhaus einziehen werden. Die JUSO Kanton Bern war irritiert über den grossen Protest, der von dieser Nachricht ausgelöst worden war. Auch wenn dies der SVP-Gemeindepräsident von Hasle abstreitet – für uns ist klar, dass einige der Äusserungen eindeutig rassistisch sind. Eine Frau wird zitiert, ihre Kinder hätten Angst vor Schwarzen. Tamara Funiciello, Co-Präsidentin der JUSO Kanton Bern, stellt klar: „Diese Aussage ist ganz klar rassistisch und muss deshalb auch so genannt werden.“ Die JUSO Kanton Bern begrüsst es, das die Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau sich mit der Facebookseite gegen das Asylzentrum und den dortigen Kommentaren befasst.

Die JUSO Kanton Bern sieht einen Zusammenhang zwischen dem massiven Widerstand in Schafhausen und Aeschiried, sowie dem nationalistischen Transparent in Moosseedorf vor Wochenfrist. Im ganzen Kanton Bern herrscht offensichtlich ein Klima der Unsicherheit und teilweise auch offenen Ablehnung gegenüber Asylsuchenden. In unseren Augen ist die politische Debatte schuld daran, dass diesen Menschen derart viel Misstrauen entgegenschlägt. Die SVP hat mit ihren Kampagnen und Initiative Rassismus wieder salonfähig gemacht – aber auch der Regierungsrat Hans-Jürg Käser hat kürzlich den Begriff „Negerbuebli“ benutzt und damit suggeriert, dass es in Ordnung sei, rassistische Begriffe zu benutzen . Die JUSO Kanton Bern setzt sich für mehr Solidarität mit den Asylsuchenden ein und fordert die Bernerinnen und Berner auf, mit Offenheit auf diese Menschen zuzugehen und sie kennenzulernen.

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