JUSO Kanton Bern zutiefst empört über die Ereignisse in Schafhausen

Medienmitteilung der JUSO Kanton Bern vom 03.10.2014
Münchenbuchsee
JUSO Kanton Bern zutiefst empört über die Ereignisse in Schafhausen

Heute um 19.00 Uhr wird in Schafhausen bei Bern gegen das neue Asylzentrum protestiert. Die JUSO Kanton Bern ist zutiefst empört über die Kundgebung. Ein solcher Mangel an Verständnis für die Situation von Asylbewerber_innen ist befremdend und nicht akzeptabel. Die Anwohner_innen begründen ihr Widerstand mit dem „Rieseneinschnitt in das Dorfleben“ (BZ Online). Ob sie sich schon mal überlegt haben, was für einen Einschnitt in das Leben der Flüchtlinge dazu geführt hat, dass sie unter Lebensgefahr aus ihren Heimatländer geflohen sind?

Heute wird in Schafhausen bei Bern demonstriert. Und zwar gegen das neue dortige Asylzentrum. Eines der wenigen Asylzentren, das nicht eine Zivilschutzanlage ist, sondern überirdische betrieben werden könnte, was eine erheblich bessere Lebensqualität für die Asylbewerber_innen garantiert.

Nun wehren sich die Bewohner_innen von Schafhausen mit dem Argument, der Einzug von Asylbewerber_innen sei ein „Rieseneinschnitt in das Dorfleben“. „Das ist irritierend!“ so Tamara Funiciello, Co-Präsidentin der JUSO Kanton Bern „Diese Menschen flüchten von Situationen, die wir uns nicht mal vorstellen können, denken wir nur an die Situation in Syrien, Irak, Palästina. Und hier macht man sich sorgen, dass das Dorfleben durch die Ankunft dieser Menschen gestört werden könnte? Das ist beleidigend für diese Menschen und die JUSO wir hat kein Verständnis dafür“.

Schon letzte Woche wurde mit einem Transparent mit der Aufschrift „Stoppt die Zuwanderung. Die Schweiz den Schweizern. 848“ öffentlich gegen die Ankunft von Flüchtlingen protestiert. Die Kundgebung in Schafhausen zielt unter dem Strich genau in die gleiche Richtung: wir wollen keine Fremde! Vor dem Elend der anderen verschliessen wir die Augen, denn wir hatten ja das Glück im richtigen Land geboren zu werden.

Die JUSO fordert die sofortige Beendigung solcher Anlässe und Aktionen und eine Rückbesinnung auf die humanitären und solidarischen Werte der Schweiz. Wir sind alles Menschen, niemand wählt aus, in welchem Land er oder sie geboren wird und niemand kann etwas für die Situation, die in diesem Land herrscht. Solidarität statt nationalistisches Gedankengut!

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